Brasel

An dieser Stelle muss schon auch mal erwähnt werden, wie alles begann. Im Roman „Hanno brennt“ (Milena 2012)  erfindet der Held nämlich für seine Angebetete Tiere und weil diese in Basel und er selbst in Wien weilte, ruft Hanno die Brasel ins Leben. Vicky und Sonja – eingefleischte Brasel-Fans – haben mir schon vor zwei Jahren zwei Zeichnungen dazu zukommen lassen. DANKE an dieser Stelle. Gewissermaßen ein Vorläufer des Wolpertinger-Projekts von Sabine Freitag und Markus Köhle. In diesem Sinne – back to the roots!

BRASEL
brasel001Die Brasel ist eine zahnarme Nagetiergattung aus der Ordnung der Paarhufer. Die Brasel ist sehr scheu und nur in den Wintermonaten, zur Begattungszeit anzutreffen. Sie hält die warmen Monate über Sommerschlaf und ist mit einem dicken, widerstandsfähigen Wuschelfell gesegnet, in das sie sich in den Sommermonaten regelrecht einspinnt und so unter Brücken, Felsvorsprüngen jedenfalls aber in Wassernähe übersommert. Sie frisst, was ihr vor den Rüssel kommt, ist aber friedfertig. Sie erdrückt ihre Beute, umarmt sie zu Tode. Dabei ist auch ihre lange, starke Zunge von Vorteil, die sie einem Fangarm gleich steuern kann. Die Fachsprache der Ringer kennt in diesem Zusammenhang den Begriff „Braselklemme“.
Mit dem Faultier ist die Brasel nur insofern verwandt, als das Leben des Faultiers überwiegend mit dem Rücken nach unten auf Ästen hängend, jenes der Brasel hingegen vorwiegend mit dem Rücken nach oben auf Brücken stattfindet. Die Brasel kann zwar auch hängen, aber nur an Schwanz und Zunge. Das Hängen am Schwanz macht sie nach der Begattung, auf dass der Same in ihr bleibe. Das Hängen an der Zunge macht sie nach zu üppigen Mahlzeiten, auf dass die Nahrung den Magen erreiche. Die männliche Brasel heißt Brösel und ist daran zu erkennen, dass sie ein Ohr weniger hat als die Brasel. Gelingt es dem Brösel nicht, sich einmal im Jahr fortzupflanzen, so verliert er eine weitere Extremität. Beinlose Brösel begehen meist aus Schmach Selbstmord (in der Regel durch Ertrinken, bei Autobahnbrücken zunehmend auch durch Überfahrenwerden).
Nach dem Sommer wird geworfen. Danach begibt sich die Brasel gemeinsam mit dem Begatter auf Wanderschaft und macht Brücken- und Partnertausch. Sodann beginnt der ganze Kreislauf wieder von vorn.
brasel002Eine fleißige Brasel kommt mit ihrem jeweiligen Brösel ganz schön rum. Je nach Lebenswandel, Flussverlauf und Verpestungsgrad des Habitats bringt es die Brasel im Durchschnitt auf zwei bis drei Länder (freilich viele Städte) und circa 20 Lebensjahre. In Basel fühlt sich die Brasel ganz besonders wohl. Die Rheintaxi-Gesellschaft „Wasserfloh“ hat die Brasel jüngst zu ihrem Wappentier gemacht.
Junge Brasel mit Brösel an Bratkartoffeln ist in Untergrund-Feinspitzkreisen eine Spezialität offiziell aber aus Artenschutzgründen nicht erhältlich.
Die Brasel, wir mögen sie gern.

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